sunnuntai 11. elokuuta 2013

Kalter Krieg? Wirklich??


Endlich gibt es mal wieder gute Nachrichten über Russland: Vergangene Woche hat Edward Snowden dort Asyl gefunden. Von den USA wurde das natürlich nicht gern gesehen, die konkrete Reaktion Obamas finde ich aber einfach lächerlich. Die Behauptung, Russland verfalle damit in die Denkweise des Kalten Krieges, ist absurd; Amnesty International, eine Organisation, deren größtes Anliegen die Durchsetzung der Menschenrechte ist, veröffentlichte vor mehreren Wochen eine offizielle Stellungnahme, laut der Snowden im Sinne der allgemeinen Menschenrechte Recht darauf hat, Asyl zu beantragen, und laut der es weiters nicht Rechtens ist, Snowden an die USA auszuliefern, da er dort hohem Risiko ausgesetzt ist, Opfer von Misshandlungen zu werden. Schon klar, dass Obama sich negativ gegen Russland aussprechen musste, da er ja auch in den letzten Jahren keine wirkliche Motivation gezeigt hat, die politische Linie der USA zu ändern, das Argument „Kalter Krieg“ hat ihn – in meinen Augen – aber lächerlich gemacht. Letzten Endes befürchte ich, dass Stellungnahmen von den verschiedenen Seiten völlig ohne Bedeutung sind; in einem Jahr wird sich niemand mehr darum kümmern und die NSA wird ungestört weitermachen, wie bisher. Die Zeit scheint leider noch nicht reif zu sein, den USA zu zeigen, dass ihnen eben nicht die ganze Welt zu Füßen liegt. Und falls die NSA mitliest, dürft ihr eurem Präsidenten schöne Grüße von mir ausrichten.

Den Artikel von Amnesty International findet ihr hier

tiistai 29. tammikuuta 2013

Eine Woche noch!

Dann gehts ab ins nächste große Abenteuer. Mein Visum ist heute endlich fertiggeworden und die Flüge und Hostels für Februar sind gebucht. Am 5.2., also exakt in einer Woche, verlasse ich Finnland von Helsinki über Stockholm nach Peking, wo wir mal eine Woche bleiben. Am 13. fliegen wir weiter nach Chengdu, danach steht Xi'an auf dem Programm am 19. Am 25. Februar werden wir dann schließlich in Nanchang am Campus ankommen. Da ich dort wahrscheinlich nicht auf Facebook (angenehme Abwechslung!) oder diesen Blog zugreifen kann, habe ich einen zensurfreundlichen Austauschblog erstellt, der findet sich hier: http://aventiuren.blog.com/. Dieser Blog wird sprachlich recht gemischt sein, da sowohl Leute mitlesen, die kein Deutsch, kein Finnisch oder kein Englisch verstehen, ich habe mich aber noch nicht entschieden, wie ich das lösen werde. Man wird von mir jedenfalls hören.

torstai 17. tammikuuta 2013

Volksbefragung in Österreich!


Am Sonntag muss die Entscheidung also für jeden gefallen sein: Soll Österreich die Wehrpflicht behalten, oder soll stattdessen ein freiwilliges soziales Jahr eingeführt werden? Das Thema wurde sicher schon zur Genüge durchgekaut, ich möchte aber auch noch meine Gedanken dazu loswerden.

Die Wehrpflicht, wie sie zurzeit funktioniert, hat mich selbst, als ich 18 wurde, vor ein paar große Probleme gestellt, die hoffentlich in Zukunft in Betracht gezogen werden, egal wie die Volksbefragung ausgeht. Zum ersten ist die Platz- und Geldknappheit beim Zivildienst zu nennen: Es war ein langmächtiges Zittern meinerseits, bis ich endlich die Zusage auf eine Stelle, die ich auch früh genug antreten konnte, bekommen hatte. Rechnen wir mal nach. Ich beendete meine Schulkarriere mit der Matura, deren mündliche Prüfungen Anfang Juni angesetzt waren. Das war einer der früheren Termine, bis Ende Juni können aber alle Maturanten in die Ferien gehen. Nun hieß es damals vorübergehend, es würden keine Zivildiener für dieses Jahr mehr genommen, ich hätte also bis Jänner warten müssen. Ferien sind schon eine schöne Sache, aber doch wirklich nicht für ein halbes Jahr! Außerdem hatte ich (zugegeben, damit bin ich kein Normalfall, ich finde aber nicht, dass man mir deswegen Steine in den Weg legen hätte brauchen) Eile, da das Studienjahr in Finnland nicht erst im Oktober, sondern schon im September beginnt. Wer bis neun zählen kann, wird merken, dass ich den Beginn des Schuljahres um ein Monat verpasst hätte. So hätten also nach meinem Zivildienst erneute Ferien gefolgt, und zwar diesmal für elf Monate. Notwendig? Ich meine nicht!
Dieser fatale Beschluss wurde dann glücklicherweise wieder zurückgenommen, und, obwohl die sich Zivildienstserviceagentur ja nicht gerade für freundliche Betreuung und Arbeitsgeschwindigkeit berühmt gemacht hat, schafften sie es dennoch, mich für Oktober zuzuteilen.

Die Zivildienstserviceagentur ist übrigens ein weiteres Hindernis, das das bisherige System erfolgreich bremst. Ich war ja selbst nicht faul und hatte im Laufe des Sommers Vorstellungsgespräche bei mehreren Organisationen, wovon mich einige auch gerne als Zivildiener genommen hätten. Das letzte Wort hat allerdings die Zivildienstserviceagentur, die alle Anforderungen seitens der Organisationen ignorierte und mich dem Rettungsdienst zuteilte, was ich selbst am wenigsten wollte. Sinnvoll? Ich meine nicht!

Ein großes Problem steht für mich in der Gleichberechtigung. Die heutige Gesellschaft heuchelt Gleichberechtigung, mit welcher Begründung aber wird von „Erhöhen des Anteils an Frauen in Führungspositionen“ gesprochen, während niemanden kümmert, dass Frauen unbehelligt gleich nach der Schulausbildung zu studieren oder arbeiten beginnen dürfen? Oder, um es in den Worten meiner Schwester auszudrücken, warum muss sie sich für ein freiwilliges soziales Jahr extra bewerben, während Männer das automatisch machen dürfen? In solchen Fällen (das ist aber nicht der einzige) bleiben mir nur zwei mögliche Schlussfolgerungen: Entweder wollen Frauen in Wirklichkeit gar keine Gleichberechtigung, oder aber Gleichberechtigung gibt es tatsächlich nur für Frauen. Darüber wurde aber bezüglich Wehrpflicht schon diskutiert, da scheint es schon Bemühungen für Fairness zu geben.

Warum dann also nicht Wehrpflicht abschaffen? Österreich würde damit einmal einem modernen internationalen Trend folgen, solange er noch frisch ist (Rauchverbot in Lokalen war in Europa ja schon ein alter Hut, als Österreich mit Ach und Krach nachgekrochen kam). Österreich braucht sein Militär heute auch nicht mehr als beispielsweise Schweden: Die Grenzen müssen dank Schengen nicht mehr überwacht werden, dank Europäischer Union sind wir ohnehin von Freunden umringt, als neutraler Staat braucht (darf!!) Österreich auch selbst keine militärischen Streitereien anfangen, und selbst falls uns wer angreifen sollte, haben wir Anspruch auf Hilfe aus Deutschland, Frankreich, England,… Dafür würde ein Berufsheer doch reichen!

Bei der Abschaffung der Wehrpflicht fallen mir aber ebenfalls ein paar Probleme sofort ins Auge. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Krankentransporte beinahe ausschließlich von Zivildienern erledigt werden. Freiwillige haben in der Regel einen eigenen Job, der sie tagsüber, wenn die meisten Transporte zu erledigen sind, beschäftigt, und Hauptberufliche gibt es viel zu wenige. Ein Ausfall des Zivildienstes würde ein kaum zu stopfendes Loch in die Effektivität des Rettungsdienstes reißen. Ich kann nur raten, dass es womöglich in anderen sozialen Bereichen ähnlich aussieht, das weiß ich allerdings nicht. Ob das erneuerte freiwillige soziale Jahr wirklich reichen wird, alle Stellen zu versorgen? Dazu müsste man es schon sehr verlockend gestalten und kräftig dafür werben. Der erhöhte Lohn scheint vielleicht für viele interessanter als der des Zivildienstes, aber woher soll das Geld dann wieder kommen? Die Frage nach dem Geld ist wohl fast unmöglich zu beantworten (daraus zu schließen, wie kolossal verschiedenste Zeitungen regelmäßig darin scheitern – Leserzahlen scheinen die Versuche wenigstens zu bringen, und man gibt Pensionisten eine Beschäftigung). Möglich, dass Einsparungen beim Militär durch Wegfall der Wehrpflicht eine solche Finanzierung erlauben, zu mehr Spekulationen lasse ich mich jetzt aber nicht hinreißen – ich liege ja nicht auf U-Bahnbänken rum.

Darüber hinaus kann man kaum bestreiten, dass das Militär bisher bei Naturkatastrophen jeder Art Massen an Hilfskräften, die nicht fragen, nicht denken, sondern nur tun wie man ihnen befiehlt und sich für nichts zu schade sind, zur Verfügung stellen konnte, wie das sonst kaum möglich wäre. Alternativ kann man dann Leute wohl nur noch warnen, sich nicht auf Hochwassergebieten anzusiedeln.

Die verschiedenen Seiten wollen jedenfalls gut überlegt sein, bevor man am Sonntag seine Stimme abgibt. Ich selbst muss schmählich zugeben, neben Weihnachten, Silvester, Besuche bei allen (ist mir eh nicht gelungen) Freunden und Verwandten fürs nächste halbe Jahr, Vorbereitungen für mein Auslandssemester in China, Visumsangelegenheiten… die Frist auf eine Briefwahl verschwitzt zu haben.

Am Ende bleibt nur die Hoffnung, dass sich unsere Regierung diesmal zu Herzen nimmt, was das Volk wünscht: Wir erinnern uns, eine Volksbefragung ist nicht verbindlich.