tiistai 8. toukokuuta 2012
Prokrastination? Prokrastination!
Prokrastination
– ein sehr wichtiges Wort für wahrscheinlich jeden Studenten. Für mich
jedenfalls. Dieses Wort kommt ursprünglich aus der englischen Sprache, als
procrastination [pɹɔʊkɹæstɪˈneɪʃən]. In Englisch bin ich auch zum ersten Mal
darauf gestoßen, nämlich in diesem Video:
Seither
habe ich bemerkt, wie sich dieses Wort langsam ausbreitet und in andere
Sprachen entlehnt. Im Herbst haben wir in einem Französischkurs einen Artikel
über procrastination [pʀɔkʀastinaˈsjõ] gelesen, dort wird dieses Wort also
schon in der Schriftsprache verwendet. Auch hier in Finnland gibt es dieses
Wort, als prokrastinaatio. Zumindest ein paar meiner Freunde verwenden es
ständig, zugegeben musste ich das Wort aber auch schon oft genug erklären.
Jedoch scheint es seinen Weg in die finnische Schriftsprache gefunden zu haben:
In meinem Kurs über schriftliche Kommunikation im Frühling stand bei den
Hindernissen, irgendeine Arbeit zu beginnen, auch prokrastinaatio aufgelistet.
Deutsch ist also die einzige Sprache, die ich fließend spreche, in der ich
Prokrastination noch nie in offiziellem Kontext angetroffen habe. Überhaupt
habe ich erst vergangene Woche zum ersten Mal jemanden dieses Wort in der
deutschen Sprache verwenden sehen, normalerweise muss ich allen erklären, was
das bedeutet. Auch die Word Rechtschreibprüfung unterwellt es mir die ganze
Zeit rot. Da es aber für mich so wichtig ist, will ich ihm helfen, sich auch in
meiner Muttersprache durchzusetzen.
Was
bedeutet Prokrastination nun eigentlich? Und warum fühle ich mich so persönlich
verbunden mit damit? Prokrastination ist die Fähigkeit, tausend Dinge zu
finden, die man tun könnte, um seine eigentlich Arbeit noch ein wenig
aufschieben zu können. Ist wahrscheinlich jedem bekannt; tja es gibt sogar ein
Wort für dieses Phänomen. Als jemand, der Hausaufgaben prinzipiell um elf am
Vorabend beginnt, habe ich großen Bedarf an diesem Wort. Einfacher kann man
nicht ausdrücken, dass man theoretisch schon etwas zu tun hätte, aber jegliche
Ablenkung als willkommene Ausrede sieht, diese Arbeit eben noch nicht beginnen
zu müssen.
Das
ist offenbar gar nicht mal eine schlechte Angewohnheit. In dem vorher erwähnten
französischen Artikel ging es genau darum, dass Prokrastinierer oftmals sogar
bessere Arbeit leisten (und wichtig: in deutlich kürzerer Zeit!), als solche,
die schon die ganze Woche daran arbeiten. Zumindest scheint die Zeitersparnis
heutzutage sehr essenziell zu sein, und wenn man die ganze Woche lang
prokrastiniert (ja, man kann daraus auch ein Verb bilden!), dann bleiben eben
nur noch ein paar Stunden am Vortag, um eine gute Arbeit zusammenzustellen.
Durch Prokrastination lernt man also, innerhalb einiger Stunden seine Arbeit
mit gleichwertiger Qualität zu erledigen, wie manche innerhalb mehrerer Tage.
Ich
hoffe also, dass ich in Zukunft weniger Fragezeichen sehe, wenn ich von
Prokrastination rede ;D
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