tiistai 20. marraskuuta 2012

Dušši dušše duššat – Unnötig einfach umzukommen


Nach diesem vollen Wochenende will ich jetzt unbedingt etwas von dem ganz besonderen Konzert vergangenen Freitag erzählen. Dieses Konzert hat mir wieder mal in den Sinn gerufen, warum es so toll ist, in Oulu zu wohnen: Auch wenn die Künstler auch schon südlicher aufgetreten sind, hätte ich nie ihre Auftritte in der Form genießen können, wie hier in Oulu.

Das Konzert wurde von Oulu Sámit ry (der Verein für in Oulu wohnende Saamen) als zehnjähriges Jubiläum (mit einem Jahr Verspätung) organisiert. Aufgetreten sind Niillas Holmberg & Roope Mäenpää, SomBy und Áilu Valle. Falls es immer noch unklar ist: Alle von ihnen sind Saamen (ausgenommen vielleicht Roope Mäenpää, seines Namens und des Fehlens der traditionellen Kleidung nach zu schließen) und singen hauptsächlich auf Nordsaamisch. Erfahren habe ich von dem Konzert von einem tschechischen Erasmus-Studenten, der extra nach Oulu gekommen ist, um Saamisch zu lernen; und natürlich kam von meiner Saamischlehrerin noch ein wenig Insiderinformation.

Als wir zwanzig Minuten vor Beginn des Konzertes bei Valve, dem Veranstaltungsort, ankamen, hatte sich dort schon eine kleine Gruppe Saamen (an ihrer bunten Kleidung zu erkennen), unter ihnen auch meine jetzige und ehemalige Saamischlehrerin, angesammelt. Es waren auch recht viele Austauschstudenten dort, offenbar alle vom Kurs „Saami Culture“.

Als es dann losging, hielten sich die Leute noch im hinteren Bereich des Konzertsaales auf, wo ein paar Sitzreihen aufgestellt waren (wir konnten sogar noch Sitzplätze ergattern). Das war auch in Ordnung für den ersten Auftritt, der eher an traditioneller saamischer Musik angelehnt war. Niillas Holmberg & Roope Mäenpää machten also den Anfang. Das waren auch zugleich die zwei, die mich am wenigsten interessiert hatten; umso positiver war der Eindruck, den die beiden hinterließen.

Darauf folgte auch schon für mich der Höhepunkt: die Rockband SomBy. Ich hatte mir schon am Tag davor ein paar Lieder auf Youtube angehört und sie sofort in meine Lieblingsbands ganz oben eingereiht. Jetzt stieg auch die Stimmung, Leute standen auf und vor der Bühne wurde es immer ausgelassener (und da soll noch jemand sagen, Finnen könnten ohne Alkohol nicht feiern). Der Gitarrist kam mir schon in den Youtube-Videos irgendwie bekannt vor, zu dem Zeitpunkt maß ich dem aber keinerlei Bedeutung zu.

Als Letzter betrat der eigentliche Star des Abends die Bühne: der Rapper Áilu Valle, über den wir im Saamischkurs auch schon einen Artikel gelesen hatten (damit war er auch der Einzige, dessen Name mir überhaupt etwas sagte). Ein paar Lieder haben auch mir schon ganz gut gefallen, insgesamt muss ich aber sagen, dass Rapmusik nicht wirklich meins ist.


Alles in allem war das eines der tollsten Konzerte, auf denen ich war, auch wenn nur sehr klein. Gerade diese intime Atmosphäre hat dann auch wieder etwas – und hier muss ich hinzufügen, Saamen kennen sich alle irgendwie untereinander, und wenn man sich mal für diese Sprache und Kultur interessiert, trifft man dann auf solchen Events schon einige bekannte Gesichter. Eine sehr ermutigende Erfahrung war jene, dass ich die kurzen Reden, die zwischendurch gehalten wurden, im Großen und Ganzen auf beiden Sprachen – Finnisch und Saamisch – verstanden habe! Um drei Uhr in der Früh, in Gedanken immer noch beim Konzert, kam mir schließlich die erschreckende Erleuchtung: Ich bin mittlerweile ziemlich sicher, dass der Gitarrist von SomBy in einem Kurs im Herbst hinter mir gesessen ist, und mir gestern in der Uni entgegengekommen ist!

1 kommentti:

  1. Moi,

    ich weiß, dass dieser Beitrag schon fast 2 Jahre alt ist, aber ich bin gerade durch google darauf gestoßen und muss einfach dazu was sagen, vielleicht liest du es ja noch :D

    Bin darauf gestoßen, weil ich gerade mal wieder SomBy und eines meiner absoluten Lieblingslieder, "Irene" von Sofia Jannok gehört habe, und jemandem davon geschrieben habe, und mir der Name von dem Typen nicht mehr eingefallen ist, der auf Inarisaamisch rappt, und ich danach gegoogelt habe^^

    Ich studiere derzeit Finnougristik in Tartu/Estland und mir ist auch was ähnliches passiert. Es gibt diese in Estland superbekannte Setu-Folkband namens Zetod (von Setod - die Setus), und deren Sänger, Jalmar, springt auch auf jeder Folkmusik-Veranstaltung in Südestland rum. Ich war auf nem kleinen Konzert in Viljandi von verschiedenen Finnougrischen Gruppen aus Russland, das er moderiert hat, und ich hab mich so gefreut, als ich ihn gesehen habe ;)
    Er hat dann auf "Standard"estnisch zu reden angefangen und meinte irgendwann mit Blick auf die Russen, "ach, mich versteht hier eh keiner, da kann ich auch einfach Setu reden." Das hat er dann gemacht, und nach jedem Satz seine Standardphrase gebracht: "Ja nii omgi!" (Und so isses.)

    Ach, genau, und der Geiger von denen studiert auch hier, da dachte ich beim ersten Mal auch "Moooment, das war doch...." als er Samstag Abend in der Kneipenstraße an mir vorbeilief... ;)

    Kleine Länder, kleine Völker... :)

    Liebe Grüße aus Estland (ich würde ja auch so gerne irgendwann Saamisch lernen, Dávvin 1 liegt bei mir zuhause, aber ob das nur damit klappt...)

    VastaaPoista